Verwirrt

Ich weiß gar nicht, wie es plötzlich so schnell gehen konnte, aber jetzt habe ich 20x 15mg Mirtazapin in meinem Zimmer liegen. Dabei waren (und sind) Antidepressiva eigentlich keine Option (gewesen). Ich soll mit einer halben Tablette anfangen, also hab ich theoretisch genug für 40 Tage. Ausreichend Tage, um eine Wirkung zu bemerken.

Ob ich sie nehmen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Ich finde die Vorstellung einfach unglaublich unheimlich, dass da irgendein Medikament in meinen Neurotransmittern und Rezeptoren herum pfuscht. Und für mich noch schlimmer: bei den meisten Patienten kommt es zu einer teils enormen Gewichtszunahme durch erhöhten Appetit und Wassereinlagerungen. Das macht mir eigentlich fast noch mehr Angst als die Befürchtung, ich könnte mich nicht mehr wie ich selber fühlen.

Trotzdem. Die Packung liegt auf dem Schreibtisch und ich bin hin und her gerissen zwischen entsorgen und einfach nehmen. Ich fühle mich verwirrt…

Dreibeiniger Spagat

Es kommt mir vor, als müsste ich gerade einen Spagat zwischen 3 verschiedenen Baustellen bewerkstelligen. Und dass das nicht wirklich gut gehen kann und man irgendwann auf einer Seite herunter fallen muss, ist irgendwie auch klar. Immerhin bin ich kein Octopus, der 8 Beine hat, sondern nur ein Mensch, der mit zwei Beinen auskommen muss.

Eine ziemlich fette Baustelle ist nach wie vor die WG. Seit den netten Nachrichten letzten Dienstag hab ich die anderen beiden quasi nicht gesehen, nur immer wieder gehört. Und wenn man sich über den Weg gelaufen ist, wurde geschwiegen. Die Luft ist also nach wie vor zum zerreißen gespannt. Auch wenn ich inzwischen eine ziemliche Sicherheit dafür habe, dass meine Mitbewohnerin im Unrecht und sie mir eigentlich nichts kann, es ist einfach unglaublich zehrend und belastend, da sie sich komplett im Recht zu fühlen scheint.

Die nächste Baustelle ist Weihnachten, die damit verbundenen Erinnerungen, Flashbacks, Gefühle, Ängste. Ich versuche, sie zwar zuzulassen, aber nicht über zu bewerten. Es sind Geschehnisse aus der Vergangenheit, die zwar bis heute eine Veränderung mit sich tragen, aber im Endeffekt dennoch vorbei sind. Und doch – haben sie einen enormen Einfluss auf mich und rauben viele Gedanken.

Dann die Uni. Ich kann viel weniger Energie ins Studium stecken, als ich wollte und müsste. Aber es geht einfach nicht mehr. Das macht mir Angst. Mein Pensum ist aktuell normal hoch für meinen Studiengang und ich packe es trotzdem kaum, bin langsam und verstehe wenig, hab kaum Geduld und noch weniger Nerven, mich lange an die Themen dran zu setzen. Und das wird langsam zum Problem.

Und die Schnittstelle zwischen allen Umständen bin ich mit meiner Psyche. Wir kleben irgendwie darüber, versuchen uns am Positiven und dem Schönen aufrecht zu halten und hoch zu ziehen, damit wir nicht durch die Mitte durch krachen, während mein Kopf eigentlich selber abkacken ist.

STRESS oder Das WG Drama geht weiter.

Vielleicht erinnert sich der/die Eine oder Andere noch an die Situation, dass ich von meinen Mitbewohnern aus der WG gekickt wurde. Vor etwas über einer Woche ist mir dann noch etwas Unglückliches passiert (genauer gesagt kaputt gegangen), was leider einfach dummer Zufall war und den anderen ebenso gut hätte passieren können.

Ich möchte nicht die ganze Situation beschreiben, weil das doch zu sehr ins Detail geht, aber an Grundfakten: es ist ein geteiltes WG-Gut unter meiner Benutzung, jedoch ohne mein Verschulden kaputt gegangen und muss jetzt ersetzt werden. Meine Versicherungen greifen aus verschiedenen Gründen nicht und meine Mitbewohnerin (und Hauptmieterin und Eigentümerin des besagten Gegenstandes, welcher zum gemeinschaftlichen Benutzen war) hat keine Hausratsversicherung, heißt, die Kosten müssen privat gedeckt werden.

Eigentlich sehe ich nicht ein, irgendwas zu zahlen. Sie haben mich raus gekickt und sie ist selber Schuld, wenn sie keine Hausratsversicherung abschließt – und dann andere alle Gegenstände nutzen lässt. Auf der anderen Seite ist der Gegenstand eben auch unter meiner Benutzung kaputt gegangen. Komplett raus halten wäre also auch echt assi.

Eben kam dann eine Nachricht von meiner Mitbewohnerin, dass sie, weil ich sie gestern nicht nochmal angesprochen hab (was daran lag, dass sie mir aus dem Weg geht, ich ignoriert werde, selber fast den ganzen Tag unterwegs war, sie nicht da war, als ich nach Hause kam und sie nicht gehört habe, als sie kam – und sie dann auch nicht auf die Idee kam, mal zu klopfen), jetzt einen neuen Gegenstand bestellen wird und sie mir dann die Rechnung zukommen lässt.

Und ich nur so „ÄHM BITTE WAS ZUM FICK?!?“

Meine ursprüngliche Antwort wurde dann mithilfe einer Freundin deutlich weniger passiv aggressiv umgeschrieben und abgeschickt.

Mein Standpunkt ist, dass ich einen Teil zahlen werde, aber auch kein Drittel, da ich in 2 1/2 Wochen weg bin. 1/6 würde ich einsehen und das fehlende sechstel soll dann der/die NachmieterIn tragen. Ich zahle auch nur aus dem Grund überhaupt, weil ich in der unglücklichen Situation der temporären Benutzung war.

Tja. Und jetzt hab ich ziemliche Angst davor, zurück in die WG zu gehen. Ich bin noch in der Uni, mache aber auch nicht mehr wirklich was, weil mein Laptop leer ist und ich kein Ladekabel dabei hab. Ich kann mich eigentlich auch nicht ewig hier verstecken. Aber zurück in dieses Irrenheim… Ähm..

Frustrierend

Ich bin frustriert von mir. Also wirklich. Und ich bin frustriert von der Therapie. Es geht seit Wochen thematisch nicht voran. Wir kratzen immer wieder an den Oberflächen, doch wirklich tief steigen wir momentan nicht ein. Meine Therapeutin ist der Meinung, dass ich aktuell viel zu instabil bin. Und wahrscheinlich hat sie Recht damit. Aber ich bin unglaublich frustriert davon, vor dieser angeknacksten Oberfläche herum zu lungern.

Ich hab von meinem momentanen Schlafentzug berichtet und davon, dass ich aktuell gar nicht mehr runterkommen kann.

Meine Therapeutin ist klar der Meinung, dass wir uns im Kreis drehen und so nicht weiter machen können. Sie fing wieder mit anderen Behandlungsmethoden an. Stationäre Behandlung (gegen die ich nach wie vor bin), laut ihr wären auch Medikamente nicht die schlechteste Idee. Ich habe vorerst zugehört und direkt klar gestellt, dass Chemisches von Vornherein keine Option sind. Bei pflanzlichen Mitteln würde ich eventuell mit mir reden lassen. Jetzt soll ich wieder einen Termin bei meiner Hausärztin ausmachen, um mit ihr eine medikamentöse Behandlung zu besprechen. Aber wirklich wollen tue ich das nicht.

Wenn es nicht langsam voran geht, sieht sie keinen Sinn darin, die Therapie so weiter zu führen. Zumal sich mein mentaler Zustand seit Wochen immer mehr verschlechtert und ich immer tiefer in die Depressionen, Essstörung, selbstschädigende Gedanken und so weiter hinein gerate.

Wie bereits oben geschrieben. Ich verstehe ihre Einstellung. Eigentlich sollte sie mir dabei helfen, dass es mir besser geht und nicht dabei zusehen, wie es mir immer schlimmer geht.

Aber mein Kopf ist gegen alle Hilfsmöglichkeiten. Die meisten Skills und Durchbrechungen meines Trotts scheinen mir im Vornherein total blöd, Medis will ich nicht, Stationär erst recht nicht. Ich widerspreche mir selber immer wieder, wenn ich Antworten suche und merke es oft selber, oder spätestens wenn mich meine Therapeutin daruaf hinweist.

Zumindest habe ich jetzt wieder ein wenig Motivation, nicht meinem Fressen und Kotzen nachzugeben: ich will Hilfe haben, ich will weiter in der Therapie arbeiten. Und das geht nicht, solange sie mich für zu instabil hält. Vielleicht ist es eine schlechte Motivation gesund werden zu wollen, damit ich in der Therapie bleiben darf und nicht, damit ich wirklich gesund bin. Aber zumindest habe ich gerade wieder Anreiz, es zu versuchen vernünftig zu bleiben.

Heute war tatsächlich gut. Der erste gute Tag seit ein paar Wochen. Ich hoffe, ich kann ein paar Tage in Reihe hinbekommen.

Angst vor der Angst

Manchmal habe ich einfach Angst und weiß gar nicht, wovor eigentlich. Ich merke nur, dass sie da ist, in mir hoch steigt und mich komplett einnimmt. So auch jetzt. Ich sitze am Schreibtisch, schaue einen Film. Und mit einem Mal spüre ich dieses flaue Empfinden der Schwerelosigkeit aufsteigen. Doch es ist nicht dieses Gefühl der Schwerelosigkeit, das man spürt, wenn man mit Fallschirm aus einem Helikopter oder mit Bungeeseil von einer Brücke fällt. Nicht dieses kribbelige und aufregende Gefühl, sondern eher das ziehende und beengende Stechen, das den Atem abdrückt und wirre Gedanken mit sich bringt.

Und wenn ich weiß, dass es das nur noch schlimmer macht, habe ich auch vor diesem Angstgefühl Angst. Hier bin ich komplett anderer Meinung als Lupin in „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“, wenn er Harry sagt, dass es weise sei die Angst zu fürchten, nachdem sich der Irrwicht in einen Dementor verwandelt.

Angst vor der Angst ist eine sich selbst komplett bedingende Spirale abwärts. Angst vor irgendwas ist schon eine Spirale, doch bei Angst vor der Angst bedingen sich beide Dinge gegenseitig noch zusätzlich.

Ich meine, ich habe vor so unglaublich vielen Dingen Angst. Früher nicht. Da durfte ich keine Angst haben. Ich durfte sie nicht zulassen. Hab sie weg gedrückt und so getan, als existiere sie nicht in meiner Welt. Und heute? Heute kenne ich fast nichts anderes mehr.

WidersprüchlICH

Beim Schreiben fiel mir die letzten Wochen immer und immer wieder auf, wie unglaublich widersprüchlich meine Gedanken, Empfindungen und Wahrnehmungen oft sind.

Einerseits finde ich die Bulimie total zum Kotzen (sorry für den schlechten Wortwitz), andererseits klammere ich mich total an ihr fest.

Einerseits bin ich froh, wenn Menschen mich anhören und für mich da sind, andererseits fühle ich mich schuldig, wenn ich von mir erzähle.

Einerseits fühle ich mich furchtbar, wenn ich Menschen mit meinen negativen Phasen Sorgen bereite, andererseits hasse ich, wenn ich mich verstecke.

Einerseits ist mir ein bewusstes, nachhaltiges und ressourcenschonendes Leben wichtig, andererseits fresse und kotze ich regelmäßig unglaubliche Mengen an Lebensmitteln.

Einerseits bin ich immer für andere da, andererseits würde ich nie erwarten, dass überhaupt jemand für mich da ist.

Einerseits habe ich oft Angst mit anderen zu reden und was falsches zu sagen, andererseits haue ich oft einfach Kommentare heraus, ohne viel nach zu denken und gerate so ins eine oder andere Fettnäpfchen.

Zu viel… Noch mehr negativ Talk Shit…

Ich habe wieder mein Ziel vor den Augen verloren, es ist mir einfach entglitten und ich habe es nicht festhalten können. Mein Körper schmerzt einfach nur noch. Es tut mir leid für ihn. Und gleichzeitig will ich mich und damit indirekt auch ihn nur noch mehr quälen. Er hat es nicht verdient, so schlecht behandelt zu werden, doch ich habe es nicht verdient, dass ich gut zu mir bin. Ich kann es gerade einfach nicht. Und wenn ich es könnte, wüsste ich nicht, ob ich es würde.

Aktuell kann ich mir einfach nicht genug schaden, ohne mir äußerlichen Schaden zuzufügen. Ich will mich nicht verletzen. Aber ich kann es auch nicht nicht tun. Also fresse und kotze ich noch aggressiver, um zumindest so ein gewisses Leid zu erzeugen.

Tagsüber geht es wohl. Doch abends, sobald das Tagewerk erledigt ist, schaltet mein Kopf um. Es fühlt sich momentan so an, als hätte ich drei Teile in mir. Der eine, der morgens nicht aus dem Bett kommt und einfach nur unglaublich depressiv ist, es jedoch nicht sein will. Dann den Teil, den ich tagsüber lebe: perfekt funktionstüchtig und fleißig ist, rational schlaue Entscheidungen trifft und auch dafür sorgen kann, dass ihm nichts passiert. Und dann den dritten Teil. Die Selbstzerstörung, die einsetzt, sobald ich zur Ruhe komme und eigentlich Zeit für schöne Dinge hätte. Den ersten Fressanfall will ich immer nicht, da versuche ich noch gegen anzukämpfen, bis ich schließlich überrollt werde.

Inzwischen hab ich auch ziemliche Sorge das Thema ehrlich in der Therapie anzusprechen. Sie hat beim letzten Mal schon angedeutet, dass sie keine Langzeittherapie beantragen wird, wenn es keine Fortschritte gibt. Und dass sie Medikamente für sinnvoll hielte. Und natürlich einen Klinikaufenthalt. Ich fühle mich aktuell in die Enge getrieben und unter Druck gesetzt. Wahrscheinlich ist das gar nicht so direkt ihre Intention. Ich meine, ich verstehe sie ja. Es geht auch für sie nicht, dass es mir aktuell immer und immer schlechter geht und ich immer instabiler werde.

Vieles liegt wohl an der Saison, den immer wieder kehrenden Alpträumen, den abendlichen Bildern, den Gedanken und Emotionen von damals in Kombination mit meinem aktuellen Stresspensum, der Situation in der WG, meinem allgemein schlechten Selbstbild und meiner Überforderung von der Zuwendung meiner Mitmenschen.

Ich merke, wie mir wieder ständig die Sätze „Starke Mädchen essen nicht. Ich bin ein starkes Mädchen. Ich muss nicht essen“ durch den Kopf schwirren. Eine rein logisch gesehen perfekte und valide Argumentation. Aber logisch gesehen ist auch eine Argumentation wie „Blaue Enten quaken. Quakende Tiere spielen Schach. Blaue Enten spielen Schach“ eine valide Argumentation.

Jetzt gerade und in diesem Moment bin ich wieder unglaublich hoffnungslos. Ich sehe einfach keinen Weg aus diesem ewigen Fress-Kotz-Kreislauf. Und ich hab keine Motivation mehr. Es wird einfach nie lange besser. Ein, zwei Tage, vielleicht eine Woche. Aber keine dauerhafte Veränderung. Es ist frustrierend und zum aus der Haut Fahren. Ich will nicht mehr. Ich bin es so unglaublich Leid beides dauerhaft zu haben: auf der einen Seite die Essstörung und auf der anderen Seite dieses dauerhafte Versagen und Scheitern. Es ist einfach zu viel im Moment…

Dabei brennt die Hütte aktuell gar nicht akut. Sie glüht noch und es sprühen immer wieder Funken. Doch jetzt sehe ich erst, welche Schäden durch die Situationen der letzten Wochen zusätzlich zum eh schon maroden Bauwerk entstanden sind.

Es ist zum Kotzen. Wortwörtlich.

Nachtrag: Ich hab gerade gesehen, dass ich schon wieder durch die eine Klausur gefallen bin. Super geil. Das in Kombi mit der leicht überstrengen Bewertung der Präsentation am Donnerstag, in die fast drei Wochen lang unglaublich viel Arbeit geflossen ist und neben dem normalen Unipensum schon alles abverlangt hat: geiler kann es doch gar nicht laufen. Aber was soll man schon von einem hässlichdummen und wertlosfetten Stückchen Scheiße erwarten?.

Weihnachten

Weihnachtsleuchten,
Kinderlachen
im Gedränge stehen,
weiter machen.

Lichterglanz,
Kerzenschein,
im frohen Tanz
alleine sein.

Raus gehen,
nur nicht stehen.
Bleibt bloß die Erinnerung
die leicht jetzt hängt im Raum
ein leises Flüstern, sanfter Traum?
Und schleicht in dieser Zeit herum.

Warmes Leuchten,
kaltes Flimmern,
was wir bloß bräuchten
in leeren Zimmern.

Stumme Blicke,
ein leeres Wort,
das ich nun schicke
zu jenem Ort.

Gegensätze ziehen sich…

… an oder aus. Das überlasse ich dem Leser.

Ich muss nochmal Gedanken ordnen.

Ein Thema in der Therapie ist immer Mal wieder, dass es mir so unglaublich schwer fällt, Menschen zu vertrauen. Oder insbesondere zu zeigen, dass es mir nicht gut geht. Random facts verteile ich wie Werbeflyer, wie es mir geht eher wie nen 5er im Lotto. Ich hab zwar zwei Freundinnen, denen ich auch sage, wenn ich ne schlechte Phase hab, aber mehr ist nicht drin.

Nun. Und in den letzten Wochen hab ich einfach so unglaublich viel Rückhalt von meinen FreundInnen erfahren, dass es weh tut. Also wirklich. Es tut mir weh. Und gleichzeitig bin ich ihnen so verdammt dankbar.

Nochmal der Reihe nach. Ich hab die meiste Zeit meines Lebens nur die Erfahrung gemacht, dass man Dinge alleine schaffen muss und das jeder das erwartet. Keine Schwäche, keine Zweifel, kein Versagen. Alles muss perfekt und zu 100% eigen sein, denn andere können ja abspringen, ausnutzen, erpressen, was weiß ich. Also, Einzelkämpfer überleben, Gruppenmitläufer gehen unter. So mein Kopf.

Das hat sich zwar über die letzten Jahre schon ein wenig dahingehend geändert, dass ich gelernt habe, Menschen zu schreiben, wenn die Hütte bereits fast abgefackelt ist und man nicht mehr kann und dann aus der Ferne Empathie kommt, aber direkten Support kannte ich nicht.

Im ersten und zweiten Semester habe ich Menschen kennen gelernt und auch erste Erfahrungen damit gemacht, dass andere eben auch vor Ort da sein können. Und in den letzten Wochen hat mir das (ich würde sogar soweit gehen zu sagen) geholfen zu überleben. Einfach weil oft jemand da war, bei dem ich auch random facts ausmeckern konnte und der mich dann auch schon so gut kannte, um einschätzen zu können, was gerade Sache ist.

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Eigentlich sollte ich wohl froh sein, dass Menschen für mich da sind und so weiter. Aber es bringt mein Weltgerüst zum Einstürzen. Ich brauche sie gerade, um überleben zu können und gleichzeitig tut es mir so unglaublich weh und verunsichert mich ungemein, dass Menschen eben auch vor Ort für mich da sind. Das existiert in meiner kranken Welt einfach nicht.

Temporär tut es mir immer gut, wenn jemand zuhört und mich aufbaut, Zuhause will ich mir dafür schaden. Und vielleicht klammere ich auch deswegen aktuell so krass an die Bulimie: sie ist vertraut und eine sichere Konstante, wenn alles andere gerade wieder auseinander bricht.

Warum hat mein Kopf nur diese beschissene Verknüpfung gezogen??